Ein Hauch von Texas und den schottischen Highlands hoch über dem Aaretal: Die 12. Country-Night Zimmerwald verwandelte die Schulanlage Wald in ein Mekka für Westernfans, erstklassige Live-Musik und spürbare Herzlichkeit.
Schon bei der Ankunft auf dem Längenberg wird klar, warum die Country-Night Zimmerwald weit über die Gemeindegrenzen hinaus Kultstatus geniesst. Eingebettet in die idyllische Naturkulisse von Zimmerwald bot sich den Besucherinnen und Besuchern ein atemberaubendes Panorama. Über dem gesamten Areal lag eine wunderbar friedliche, gelöste Stimmung. Wohin das Auge reichte, prägten unzählige Cowboys und Cowgirls in liebevoll zusammengestellten Outfits – von eingetanzten Lederboots bis zum stolz getragenen Stetson-Hut – das farbenfrohe Bild. Organisiert von der Musikgesellschaft Zimmerwald-Niedermuhlern, bewies das Festival auch bei seiner 12. Ausgabe eindrücklich, wie perfekt Western-Romantik und Schweizer Gastfreundschaft miteinander harmonieren.
Mitreissende Tanzfreude und echte Schweizer Bühnenpower
Der Auftakt am Freitag stand ganz im Zeichen der Linedance-Community. Schon kurz nach Türöffnung füllte sich die Tanzfläche vor der Bühne bis auf den letzten Platz. Für das musikalische Fundament sorgte die Schweizer Band CountryUp, die das Publikum von der ersten Minute an in ihren Bann zog. Mit kraftvollem, ausdrucksstarkem Gesang, meisterhaftem Gitarrenspiel und einer mitreissenden Bühnenperformance bewiesen die Musiker echte Spielfreude. Jeder Riff sass und die Energie der Band übertrug sich direkt auf die Tanzbeine der Gäste. Für Neulinge bot der Linedance-Workshop die perfekte Gelegenheit, die passenden Choreografien Schritt für Schritt zu lernen. Ein absoluter Höhepunkt und emotionaler Herzschlag des Abends war die Kids-Linedance-Show: Mit strahlenden Augen und beeindruckendem Einsatz zeigten die Nachwuchs-Cowboys und -Cowgirls ihr Können und wurden vom Publikum mit riesigem Applaus gefeiert.
Kulinarische Genüsse und gemütliches Miteinander
Neben den musikalischen Highlights kam auch der Genuss nicht zu kurz. Die Festwirtschaft verwöhnte die Gäste mit herzhaften Spezialitäten, während der Saloon und die Bierschwemme der ideale Ort für kühle Drinks und gesellige Anstösse waren. Ein echter Publikumsliebling war einmal mehr die gemütliche Kafistube, deren hausgemachte Kuchen und Desserts für süsse Glücksmomente sorgten. Ob beim gemeinsamen Essen an den langen Holztischen oder beim Plausch im «Jail» – überall war das warme, familiäre Miteinander zu spüren, das diese Country-Night so besonders macht. Aber: Böse Buben und Mädchen kamen subito ins Jail, wurden aber mit einem Yee-haw und einem Drink zeitnah wieder entlassen.
Internationale Country-Magie in der Halle
Am Samstagabend folgte ein hochkarätiges internationales Programm auf der Bühne. Der texanische Singer-Songwriter Josh Grider nahm das Publikum mit auf eine persönliche musikalische Reise. Mit den feinfühligen Songs seiner aktuellen EP «Hard To Believe» erzählte er von Familie, Liebe und den wichtigen Werten des Lebens. Ein besonders berührender Moment war der gemeinsame Auftritt mit seiner Frau Kristi, die seit über 25 Jahren seine Muse ist, sowie der Song «Summer and Sixteen», den Grider heute voller Gefühl für seinen Sohn singt. Ein ausführliches Interview mit Josh Grider findest du hier.
Die aufstrebende schottische Sängerin Robyn Red brachte frischen Wind und energiegeladenen schottischen Country-Pop auf die Bühne. Nach ihren früheren Konzerten in der Schweiz freute sie sich spürbar über das Wiedersehen mit den Fans. Mit ihrer mitreissenden Single «Country Road Blues» und ihrer strahlenden Präsenz hielt es niemanden mehr auf den Stühlen – das Festzelt verwandelte sich in eine einzige Tanz- und Mitsing-Fläche. Robyn Red spielte mit John Laufenberg an der Geige. Das Interview mit Robyn Red findest du hier.
Als die letzten Töne spät nachts über den Längenberg verhallten, blieb das Gefühl eines rundum gelungenen Festes zurück. Die Country-Night Zimmerwald hat einmal mehr bewiesen, dass sie weit mehr als ein Musikfestival ist – sie ist ein Ort, an dem Gemeinschaft, Leidenschaft und Lebensfreude aufeinandertreffen. Oder wie Lucky Luke sagen würde: «Zeit zu gehen, bevor Jolly Jumper noch das Tanzen lernt.»


























